das Buch vom Meer




Mit dem Meer konnte man mich schon lange begeistern. Ich finde unglaublich spannend, was dort unten kräucht und fläucht und sauge jede Information, die heutzutage über die Tiefen unserer Ozeane vorhanden ist, auf wie ein Küchentuch. Dieser Wissendrang musste immer mehr dem weichen, was man allgemein als „abiturrelevant“ bezeichnet. Umso schöner ist es, sich bei Gelegenheit den einen oder anderen Fisch zu widmen, der irgendwo im Atlantik umher schwimmt und darauf wartet, gefangen zu werden.

Inhalt

„Das Buch vom Meer“ ist ein Ausflug in die Tiefen der atlantischen Meere, umrahmt von der Geschichte einer nordischen Männerfreundschaft. Dieser Begriff trifft es meiner Meinung nach recht präzise, da beide die meiste Zeit in einem Boot  auf dem Nordatlantik, hauptsächlich mit den eigenen Gedanken beschäftigt, verbringen. Das Ziel des gesamten Unterfangens ist, einen nordischen Eishai an den Harken zu bekommen und ins Boot zu verfrachten.  Der stinkende Rinderkadaver ist als Köder im Meer versenkt und die Jagd auf den Eishai beginnt…

Leseeindruck der ersten Zeilen des Buches


Dreieinhalb Milliarden Jahre sollten vergehen von der Entwicklung ersten primitiven Lebes im Meer bis zu Hugo Aasjords Anruf, der mich an einem späten Samstagabend im Juli, während eines lebhaften Abendessens im Zentrum von Oslo, erreichte.

Aus meiner Sicht

Zu aller erst muss ich loben, wie hochwertig das Buch gestaltet ist. Das Hardcover ist mit Stoff überzogen und die Buchseiten an sich sind mit Wellen und kleinen Eishaien gestaltet. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein Buch in der Hand habe, das aussieht, als hätte jemand mit Liebe daran herum getüftelt, dass sein Werk optisch aus der Masse heraus sticht. Das Äußere ist wie das innere: nicht auffällig, laut oder skurril sondern stilvoll und mit Hingabe an die kühle Atmosphäre des Atlantiks angepasst.

Beim Lesen merkt man die Passion des Autoren Morten A. Strøksnes für sein Thema. Es wirkt authentisch, dass er hinter einer Geschichte über die Faszination des Meeres steht. Das Buch besteht eher aus den oft schwärmerischen Abschweifungen zwischen den zurückhaltend auftauchenden Anzeichen einer Handlung. Wer sich Aufregung, Spannung und Nervenkitzel wünscht, ist bei diesem Buch genauso falsch, wie bei einem Trip zu den norwegischen Fjorden.
Das Buch hat mich in die stumme, kühle Welt der eisigen Fjorde entführt und mich einiges über Fischfang, das Wetter und Lebensweise einiger Meeresbewohner wissen lassen. Strøksnes hat hinter der Romanfassade ein wunderbar geschriebenes Sachbuch produziert, dass Freude am Lesen bereitet. Als Roman hat das Buch jedoch eindeutig versagt, da Leser, die eine Handlung erwarten eindeutig enttäuscht werden. Eine freudige Überraschung ist der gut aufbereitete Wissensschatz im Buch nur, wenn man ein gehöriges Interesse für das in Salzwasser getränkte Thema mitbringt.

Fakten

Originaltitel: Havboka eller Kunsten a fange en kjempehai fra en gummibat pa et stort hav gjennom fire arstider
Verlag: DVA
1. Auflage 2016
Seiten: 349
ISBN 978-3-421-04739-7

Copyright

Bild 1: ©Ellen Lande Gossner
Bild 2: ©DVA
Bild 3: ©Alva Gehrmann

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