Isola



Inseln, Strände und gut ausgestattet Hütten im Südsee-Stil sind doch ´was feines. Wenn ich ehrlich bin, habe ich nur zu Isola gegriffen, weil das Cover so schön zu den restlich Romanen von Abedi gepasst hat. Man muss schließlich für Ästhetik in seinem Buchregal sorgen! Natürlich habe ich das Buch aus gewissen ökonomischen Gründen auch gelesen, sonst wäre diese Rezension auch eher unauthentisch.   



Inhalt


*Spoiler

Die Geschichte ist eine jugendfreundliche Mischung aus „der Herr der Fliegen“ im Big Brother Stil. Joy hat sich bereit erklärt, mit 12 anderen Jugendlichen, die jeweils nur 3 Gegenstände mitnehmen dürfen, auf eine einsame Insel zu fliegen. Hört sich nicht gerade nach tonnenweise Spaß an, jedoch bekommen alle Teilnehmer eine nicht unerwähnenswerte Gage von ihrem Starregisseur. Auf der Isola angekommen, werden sie rund um die Uhr durch Kameras überwacht- kommt uns bekannt vor oder? Da die ganze Sache sonst schrecklich langweilig wäre, beginnt überraschenderweise *ein Spiel auf der Insel: Einer der Jugendlichen spielt den Mörder und verschleppt den Rest in ein Versteck. Die Opfer müssen den Mörder erkennen und fassen. Das Spiel bleibt schließlich kein Spiel und Spaß wird zu erschreckendem Ernst.


Leseeindruck einiger Zeilen des Buches


Der kleine Vogel sang direkt an meinem Ohr. Es klang wie ein Ruf, ein fröhliches, leicht verschmitztes Beng-Tschiwi…Beng-Tschiwi…Beng-Tschiwi. Irgendwann in dieser langen, schlaflosen Nacht musste ich wohl doch weggedämmert sein, denn als ich die Augen öffnete, wusste ich im ersten Moment gar nicht, wo ich war.


aus meiner Sicht


Das Buch hat mich nicht umgehauen wie eine Silvesterrakete, war aber auch alles andere als schlecht. Die Thematik an sich finde ich abwechslungsreich, gut gewählt und passend für ein Jugendbuch. Leider hat es mir nicht 100%ig gepasst, wie Abedi mit diesem Thema umgegangen ist- die Medienproblematik ist eine tolle Idee, die passender nicht sein könnte, also warum wird nicht spezifischer darauf eingegangen?

Und jetzt erwähne ich etwas, dass man nur äußerst selten von mir hört: das Buch hätte einfach länger sein müssen. So hätte Abedi auch den Raum gehabt, ihre wunderbare Idee und die noch wunderbareren Charaktere gebührend aus zu bauen. Dafür bekommt man in der 328-Seiten-Version die geballte Ladung Handlung. Eine Lösung für die Ungeduldigen.

Die Protagonistin Joy war entzückend „echt“. Keine Bäume ausreißende Heldin, die allen Widrigkeiten mit ihren enormen Fähigkeiten entgegen tritt. Joy ist die Ich-Erzählerin, unsicher, subjektiv und verängstigt. Ganz nach meinem Geschmack, denn sie wirkt wie ein Mensch mit nachvollziehbaren Problemen, die wichtig sind, an zu sprechen. Durch die Erzählperspektive und den Platzmangel der Geschichte bekommt man leider zu wenige von den anderen Figuren mit. Diese sind mitunter sehr auf ihre Schubladen und Cliches zugeschnitten, was jedoch gewollt wirkt, da man jeder Figur einen bestimmten „Typ“ Mensch zuordnen kann. Ich mochte diese Art nicht sonderlich – das liegt aber an meiner persönlichen Schubladenabneigung. Die Methode an sich peppt das Buch um einiges auf, da so Erzählzeit für lange Figurencharakterisierungen der 12 anderen Jugendlichen gespart wird.

andere Meinungen





Fakten


Originaltitel: Isola

Verlag: Arena

1.Auflage: 2007

Seiten: 328

ISBN 978-3401060484



 

Copyright


Bild 2: © Moritz Werthschulte

Bild 3: Coverausschnitt ©Arena-Verlag
 

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