Benjamin Lacombe



Ich liebe wunderbare Geschichten und ich liebe Kunst, die mich begeistert. Es gibt sogar einen Weg, beides zu kombinieren – Illustration ist für mich, als würde man Popcorn nehmen und es karamellisieren: aus zwei ohnehin schon tollen Dingen wird etwas von begeisterndem Ausmaß.

Nur ist diese Nische so leer, dass sich an einigen Stellen schon Spinnennetze bilden. Es ist unglaublich schwer, gut illustrierte Bücher für Leser zu finden, die aus den Kinderschuhen raus gewachsen sind. Ich weiß nicht warum- ist das Erwachsenenleben zu ernst für Bilderbücher? Unerklärlich! – aber dafür entdeckt man nach einigem Suchen Künstler, die alle Strapazen und verzweifelten Stöbertouren wettmachen.

Schon wieder Kinderbücher


Auch Benjamin Lacombe hat sein Debüt 2006 einem Kinderbuch gewidmet. Auch auf meinem Wunschzettel steht seine Version von Schneewittchen. Nicht, weil ich diese Kleine-Leutegeschichte meinen Nichten vorlesen will – Nein, es sieht einfach viel zu schön aus, um es ausschließlich für kleine, süße und klebrige Kinderhände zu besitzen. 

Der kleine Benjamin kam 1982 in Paris auf die Welt und treibt sich bis heute dort herum. Schade für mich, da ich auf die Übersetzungen seiner Werke warten muss, um auch wirklich zu verstehen, worum es eigentlich geht. Nur ein einziges Mal konnte ich mich nicht beherrschen – sein Tagebuch der Marie Antoinette besitze ich in Französisch und Deutsch. Ein Beweis meiner ungezügelten Ungeduld!

Einen großen Teil seiner Fähigkeiten hat er aus seinem Studium der grafischen Künste an der „École nationale supérieure des arts décoratifs“ mitgenommen. Ein Name, den ich weder noch einmal richtig schreiben, noch aussprechen könnte. Grafische Kunst bedeutet reduziert ausgedrückt: der gute Mann hat Zeichnen studiert. Für alle Zweifelnden da draußen: man kann damit Geld verdienen. Wenn man nicht gerade erfolgreich Bücher illustriert in Medien, Werbung und Comicbranche.

Mit Stil beim Zeichnen


Lacombe unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der klassischen Kinderbuchillustration, die ich auf keinen Fall als schlecht in die Ecke der doofen Dinge stellen möchte. Der Zeichenstil ist um einiges detailreicher und ausgefeilter. Er hat verstanden, wie man aus einer meist schlicht gehaltenen Geschichte durch Illustration eine Erzählung der besonderen Art macht. Der schriftliche Part wird geschickt schnörkellos in den Hintergrund gestellt, sodass er sich in die gut durchdachten und ausgearbeiteten Bilder fügt. Ein illustriertes Buch ist aus meiner Sicht ein Gesamtwerk, um eine stilvolles Resultat zu erzielen, kann man nicht die volle Pulle von allem in möglichst platzeffizienter Weise komprimieren.

Das gewisse Etwas


Der persönliche Stil eines Künstlers kann nur dürftig beschrieben werden – feine Linien, markante Figuren mit einem Hang zu großen Köpfen und kindlichen Gesichtszügen, sanfte Körperformen mit weichgezeichneten Formen. Farblich findet man sich im gedeckten Farbspektrum wieder, Kontraste sieht man eher schüchtern hervorgucken.  Er weiß, wie man seinem Stil treu bleibt. Da zeigt sich auch in den zahlreichen und gut besuchten Ausstellungen seiner Werke.

Die Bücher an sich sind von einem zum anderen nicht zu vergleichen. Außer dem Zeichenstil findet man keinen roten Faden in der groben Gestaltung der Bücher. Man hält jedes Mal ein auf die jeweilige Geschichte zugeschnittenes Buch in den Händen. Hier trifft er das Herz der Illustration – die Erzählung mit allen möglichen gestalterischen Mitteln darzustellen und zu untermalen.

Die Auswahl seiner Themen trifft den Geschmack derjenigen, die sich meiste auch an Illustrationen erfreuen- farbenfroh erzähle Geschichten, mit einigen Rüschen, bunten Lutschbonbons oder hübschen Blümchen. So stehen beispielweise neben dem Elfenbestimmungsbuch das Tagebuch von Marie Antoinette und eine Ausgabe von Undine.



Die deutschen Ausgaben werden von Jacoby&Stuart heraus gegeben: http://www.jacobystuart.de/autoren-bei-jacoby-stuart/benjamin-lacombe/

Benjamin Lacombes Website zum Stöbern: http://www.benjaminlacombe.com/home_e.html

Copyright 

Bild 1,3,4,5: © Benjamin Lacombe
Bild 2:  © Matthieu Dortomb

Kommentare:

  1. Sehr toll geschrieben! Ich bekomme leider keine Emails mehr von deinen neuen Posts :/
    Da ich aber hin & wieder bei dir vorbeischaue ist das ja kein Problem.
    Ein sehr schöner Beitrag mit tollen Illustrationen! Werde ich auf meine to read Liste setzen ����

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    1. Wiedereinmal muss ich mich bedanken :) & ich freue mich natürlich umso mehr, wenn ich jemanden auf meine Illustratoren-Seite ziehen konnte!

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