Madame Butterfly

 

Inhalt

Giacomo Puccini hat seine Oper "Madame Butterfly" 1904 berühmt gemacht. Offizier Pinkerton, der eine lange Trennung von seiner Heimat Amerika erwartet, nimmt sich, wie es üblich ist, für die Dauer seines Aufenhalts in Japan Frau und Haus. Cho-Cho-San, ihres Zeichens Geisha, lebt unter ärmlichen Umständen. Aufgrund ihrer berüchtigten Schönheit wird sie "Madame Butterfly" genannt. Pinkerton wird wie viele andere Männer zuvor auf die schöne junge Frau aufmerksam. Die Hochzeit folgt nur wenige Zeit später. Butterfly wird von ihrer Familie verstoßen,hält jedoch fest an der Liebe zu ihrem amerikanischen Offizier. Nach kurzer Zeit bricht Pinkerton mit dem Versprechen, seine junge Frau nicht lange warten zu lassen, nach Amerika auf. Butterfly wartet 3 Jahre lang mit dem Gemeinsamen Kind auf die Rückkehr ihres Geliebten, sich gegen die Ratschläge wehrend, erneut zu heiraten. Voll unfassbarer Freude sieht sie ihren Mann schließlich wieder. An der Seite seiner neuen, richtigen, amerikanischen Frau. Da Butterfly ihr Kind Pinkerton überlässt, um ihm eine bessere Zukunft zu ermöglichen verliert sie sich einsam, verlassen und enttäuscht in Verzweiflung und stürzt sich schließlich in den Tod.

die ersten Zeilen des Buches

"Ach, Butterfly! Heißt es nicht, die Flügel eines Schmetterlings zu berühren, bedeutet sein Ende?"

aus meiner Sicht

©Jacoby&Stuart
Das Buch allein, ganz unabhängig vom Inhalt ist ein eigenständiges Meisterwerk. Man bekommt eine Künstlermappe, gefüllt mit Benjamin Lacombes Interpretation der "Madame Butterfly". Er setzt auf Ölmalerei, sowie Tusche und Aquarell, um den japanischen Charakter seines Werkes zu unterstreichen. Das 10 Meter lange Leporello-Fries ist die Krönung der asiatischen Ästhetik, vor der er Butterflys Geschichte setzt. Das Fries befindet sich auf der Rückseite, der zu einer Ziehharmonika gefalteten Seiten, die die eigentliche Geschichte in schriftlicher Form erzählen. 

Der Schreibstil ist einfach und berichtend. Aus literarischer Sicht hält man mit Lacombes "Madame Butterfly " kein Meisterwerk in Händen, jedoch eine solide Erzählung. Man bekommt den Eindruck, dass nicht etwas die Geschichte durch Bilder illustriert wird- ganz im Gegenteil, die Erzählung fasst die Ausdrucksstärke und den Detailreichtum der Bilder in einen unauffälligen Rahmen, der sich selbst bescheiden in den Hintergrund rückt. 

Meistens sind die Bilder doppelseitig gedruckt. Man sieht im Anbetracht der Buchgröße von 26,5 X 38 cm also jedes feinste Detail, jede Falte in Butterflys Kimono, jede Gefühlsregung in ihrem Gesicht. Der Ausdruck der Bilder erzählt tausendmal mehr, als der schlichte Text. Man kann auf eine schockierende Art in die Seelen der Protagonisten blicken - man sieht Butterflys Hoffnungen, Träume und Wünsche, die schließlich wie durch einen Faustschlag in kalte Verzweiflung umschlagen. Pinkerton erhält ein beißendes Gewissen, dass ihn auf der eine Gewisse Art menschlich macht. Verzeihen kann man ihm trotzdem nicht - da der letzte Eindruck Butterflys geschundener Seele durch ein verstörendes Bild am Ende des Buches auf den Punkt gebracht wird.


©Moritz Werthschulte

Fakten

©Matthieu Dortomb



Originaltitel: "Madame Butterfly"

Verlag: Jacoby&Stuart

1. Auflage 2014

Seiten: 72

ISBN: 978-3-942787-22-2










zum Buchtrailer:


der Fotograf: 

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