Leonardo und Salaï

 

Inhalt

©Jacoby&Stuart
Leonardo da Vinci ist einer der herausragendsten Geister der Geschichte von Kunst und Wissenschaft. Die wohl meist diskutierteste Person im Hintergrund seiner Person und seines Schaffens ist Salai, ein junger Mann, der ca. 30 Jahre seines Lebens an da Vincis Seite verbrachte. Anfangs war er Schüler, dann Geliebter und später Muse. Kunsthistoriker sind sich bis heute nicht einig, wie weitreichend Salais Einfluss auf Werke wie die "Mona Lisa"  oder das Bildnis "Johannes der Täufer" war. 
Im Mittelpunkt der Graphic Novel ist die Liebesbeziehung zwischen Leonardo und Salai, durch die die Entstehung vieler berühmter Meisterwerke der Renaissance beleuchtet wird. Leonardo ist dabei der Schaffende, der in der Blüte seiner Karriere stehende Künstler und Ingenieur. 

Die homosexuelle Liebesbeziehung der Protagonisten wirkt konträr zum aufgezeigten Weltbild der Renaissance, ist jedoch entscheidender Faktor, um ein intimes Bild da Vincis zu zeichnen. Der aufstrebende Geist wirt nicht nur im Glanz seiner Erfolge, sondern auch im Schatten seiner Niederlagen und im Zwielicht seines Konkurrenzkampfes mit Michelangelo gezeigt.


"Ein miserabler Schüler, der seinen Lehrer nicht überholt!"
    "Nichts eilt schneller als die Jahre." 
Leonardo da Vinci 

©Moritz Werthschulte

aus meiner Sicht

Durch die Mitarbeit von Paul Echegoyen konnten erstaunlich detailreiche Stadtansichten und Landschaften entstehen, die unabdingbar sind, will man eine Epoche wie die Renaissance darstellen. Architektur und Lebensbild der Zeit werden in ein gut verständlichen Fokus gerückt - der wichtig ist, da das Buch im Comicstil selbstverständlich mehr durch Bild, als durch Text vermittelt. 

Die Geschichte ans sich wird über das gesamte Buch ein wenig langatmig, da im Leben da Vincis eben von Natur aus kein Stimmungsbogen integriert ist. Das typische Biografiephänomen konnte also auch durch die moderne und durchaus ansprechende Darstellungsweise im Comicformat nicht verhindert werden.

Die Bilder sind ähnlich dem Cover in Brauntönen gehalten. Diese Farbwahl verdeutlicht einerseits die zeitliche Distanz zur Geschichte, baut aber auch eine Art Barriere auf, durch die der Leser das Erzähle betrachtet. Die etwas langwierige Beschaffenheit Leonardos Lebensgeschichte wird durch die immer gleichen Farbton nur noch verstärkt. Der typische Zeichenstil Lacombes verleiht der Graphic Novel einen modernen, künstlerischen Anstrich und macht das Buch zu einer gekonnten Abwechslung zu seinen sonstigen Werken.

Im Kontrast zu den in braun gehaltenen Bildern des Comics, sind die Neuinterpretationen Lacombes der berühmtesten Werke Da Vincis, wie "das letzte Abendmahl" über eine Doppelseite ein Augenschmaus. Es war dem Endprodukt wohl sehr zuträglich, dass das Louvre Lacombe die Genehmigung erteilte, die Werke da Vincis persönlichen Studien zu unterziehen. Die entstandenen Zeichnungen sind farblich und kompositorisch so abgestimmt, dass sie dem Original treu bleiben, jedoch trotzdem Lacombes Interpretation und Blickwinkel auf das Werk zeigen.

Fakten

©Matthieu Dortomb


Originaltitel: Leonardo&Salai

Verlag: Jacoby&Stuart


1. Auflage 2014


Seiten: 96


ISBN: 978-3-943787-51-2


für 18 Euro kaufen






der Fotograf: 


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