Friedemann Eichhorn



                                
„Ich war wohl ein ausgesprochen energiegeladenes Kind. Deswegen haben mich meine Eltern in ihrer Verzweiflung vor den Plattenspieler gesetzt. Ich habe damals das Weihnachtsoratorium von Bach gehört. Die Musik ist eine Art Tradition in meiner Familie, sodass ich schon als Kind diese spezielle Konzertatmosphäre kannte.“, berichtet Friedemann Eichhorn von den Anfängen seiner Musikkariere, „Schlüsselelemente waren natürlich die große Geiger, die ich in meiner Jugend auf der Bühne habe stehen sehen. Der Anfang eines Geigers ist schwer – allein einen Ton hervor zu bringen bedarf am Anfang einiger Anstrengung. Ist man einmal fortgeschritten, ist die Violine als Instrument ein Segen, da sie der menschlichen Stimme so ähnlich ist. Man kann sein Innerstes singen. Besonderes Glück habe ich mit meiner Geige aus dem Besitz eines Privatsammlers. Sie stammt von dem italienischen Geigenbauer Domenico Montagnana aus dem 18. Jahrhundert."



Der heute 45 jährige beschreibt seinen Beruf als einen Traum, der in Erfüllung gegangen ist: “Als ich vor der Entscheidung eines Studiums stand, schwankte ich zwischen Medizin und der Musik. Ich wollte immer einen Job, der keine Arbeit für mich ist. Das war schon immer mein Wunsch. Durch die Musik konnte ich dieses Ziel erfüllen.“



Heute, als Musikprofessor in Weimar und aktiver Konzertmusiker, betritt er in einem befremdlich orientalisch wirkendem Seidenhemd die Bühne und präsentiert dem Publikum seine Auslegung von Fazil Says „1001 Nights in the Harem“: “Die Hälfte des Konzertes ist ein wahnsinniger Rhythmus, man steigert sich regelrecht in Ekstase. Das Stück ist wie moderne Kunst, nur figürlicher.“

© Guido Werner



Fazil Says "1001 Night in the Harem"

©Guido Werner
Fazil Say ist aus der türkischen Klassik- und Jazzszene nicht mehr weg zu denken. „1001 Nights in the Harem“ ist charakteristisch für Says Versuch, europäische Klasse und türkische Volkmusik zu verbinden. Beispielweise besteht der dritte Satz hauptsächlich aus Variationen des Volksliedes „Üsküdar´a gider iken“.


„Ich kenne den Komponisten persönlich, er spielt selbst Mozart mit einem starken Bass- ein Mann, der sich nicht scheut, Elemente der Popmusik zu nutzen. Im eigenen Land ist er vorgestraft, da bestimmte Äußerungen nicht ins politisch religiöse Bild der Türkei passen. Aber das nur nebenbei.“



„Das Erarbeiten von „1001 Nights in the Harem“ war wie jedes Mal wie das Erkunden einer Schatzkarte. Der Crossover-Stil ist eine Entdeckungstour. Ein kreatives Arbeiten mit neuen Farben.“

Friedeman Eichhorn in Aktion:

https://www.youtube.com/watch?v=tgVyA7wC80c&list=PLuCpZkv_n68_u1cEl36XO3gHHS-NxlZr6

 




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